Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hat mit der Einrichtung der Hydrogen Integration Platform (HIP) einen bedeutenden Schritt in der Wasserstoffforschung getan. Diese umfassende Forschungsinfrastruktur soll die Lücke zwischen Experimenten im Labormaßstab und praktischen Anwendungen in Energiesystemen schließen. Diese hochmoderne Anlage auf dem Campus Nord des KIT ist das Ergebnis jahrelanger Planung und Zusammenarbeit zwischen mehreren Forschungsinstituten und positioniert die Forschungsinfrastruktur an der Spitze der europäischen Wasserstofftechnologieforschung.
Eröffnungs-Event
Der Startschuss für erste Experimente fiel mit der feierlichen Eröffnung am 18.06.2026. Neben einer Vorstellung der Projekte konnte auch die bereits aufgebaute Infrastruktur vor Ort von Partnern aus Wissenschaft, Industrie und Medien besichtigt werden.
Das Herzstück der HIP ist eine leistungsstarke Verflüssigungsanlage, die täglich über 50 Kilogramm Wasserstoff verarbeitet. Sie ist damit das größte nicht-kommerzielle Wasserstoffverflüssigungssystem in Deutschland.
Der entscheidende Aspekt ist jedoch nicht nur die Wasserstoff-Menge: Die Anlage ermöglicht Forschenden Experimente unter realistischen Einsatz-Szenarien aus der Industrie, die in herkömmlichen Laborumgebungen nicht nachstellbar wären.
Die Anlage versorgt dabei nicht nur andere Nutzer auf dem Campus mit flüssigem Wasserstoff, sondern steht auch für Forschungsprojekte mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft außerhalb des KIT zur Verfügung.
H₂Rail
Die H2Rail-Infrastruktur bildet eine Wasserstoff-betriebene Lokomotive realitätsnah ab. So lassen sich neue Energie- und Antriebskonzepte direkt im System testen, etwa unter simulierten Klima- oder Streckenbedingungen.
H₂-in-the-Loop
Power Hardware-in-the-Loop beschreibt ein experimentelles Verfahren, bei dem echte Hardware unter realistischen Stromnetzbedingungen getestet wird. So lassen sich Fehlerquellen früher erkennen als bei reinen Modellrechnungen. Bei dieser Forschungs-Aktivität wird wasserstoffbetriebene Hardware in einem simulierten Stromnetz validiert.
AppLHy
Die Forschungs-Aktivität untersucht die Bereitstellung, Speicherung, Transport und Nutzung von flüssigem Wasserstoff (LH₂). Ein Forschungsschwerpunkt am ITEP sind mögliche Synergien des tiefkalten Flüssigwasserstoffs mit supraleitenden Bauteilen, Antriebssystemen und Bandleitern.
AEMflex
Das Projekt AEMflex untersucht einen modularen 200 kW AEM-Elektrolyseur zur grünen Wasserstoffproduktion. Im Fokus stehen flexible Regelungsstrategien, hohe Effizienz und die Validierung unter realitätsnahen Netzbedingungen.
Das Team hinter HIP
HIP bringt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Forschungs-Aktivitäten und Partnerorganisationen zusammen. Gemeinsam entsteht ein interdisziplinäres Team, das Wasserstofftechnologien erforscht, entwickelt und in die Anwendung überführt.









